Objekt des Monats
Grabmosaik des Abtes Gilbert
3. Viertel 12. Jahrhundert
Länge: 116 cm, Breite: 72 cm
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Foto: LVR-LandesMuseum Bonn
Lebensdaten
Gilbert von Laach wurde etwa im Jahr 1075 geboren. Der Benediktinermönch war der erste Abt des Kloster Maria Laach in der Eifel. Vor seiner Berufung dorthin im Jahr 1127 war er Prior des cluniazensischen Reformklosters Afflighem in Brabant gewesen. Gilbert starb 1152. Zum Zeitpunkt seines Todes war die Kirche des Klosters Maria Laach noch nicht fertig gestellt. Daher wurde er in der Krypta bestattet. Dort kann sein Grab auch heute noch besucht werden.
Die Grabplatte in Mosaiktechnik
Die Platte, die sein Grab abdeckte, ist geschmückt mit einem Mosaik, das Gilbert in seinem Ornat und den Abzeichen seines Amtes, dem Krummstab und dem Abtskreuz, darstellt, teilweise verdeckt von einem Inschriftenfeld. Das Bildnis folgt dabei der südalpinen Tradition, den Verstorbenen als lebenden Menschen darzustellen, ein Hinweis darauf, dass die Handwerker wohl aus dem lombardischen Raum stammten. Die Grabplatte des Abtes Gilbert ist die einzige mittelalterliche Grabplatte in Deutschland, die in Mosaiktechnik ausgeführt ist. Zudem gehört sie zu den ältesten Grabplatten, auf denen der Verstorbene abgebildet ist. Die Grabplatte ist nicht vollständig erhalten, das untere Drittel mit einem Teil der Inschrift fehlt. Die ursprüngliche Länge dürfte etwa 180-185 cm betragen haben.
Die Inschrift
1810 war die Inschrift wohl noch komplett lesbar Die Inschrift lautet in sinngemäßer Übersetzung: „Hervorragend durch seine Herkunft, hervorragender noch durch seien Verdienste, liegt hier Abt Gilbert, Maßstab der Tugend für alle, die als Äbte oder Mönche ihr Amt haben. Er starb am 6. August, wenn die Sonne im Zeichen des Löwen steht. Er ruhe in seligem Frieden."
Das Mosaik
Das Mosaik besteht sowohl aus Natur- als auch aus gebrannten Tonwürfelchen. Es ist von einem Rahmen aus so genanntem Namurer Blaustein, der Handelbezeichnung für Kohlenkalk, der im Bereich nordwestlich von Aachen vorkommt, eingefasst. Im unteren Teil kommt unter dem beschädigten Mosaik das Bett aus rötlichem Mörtel hervor.
Der Verbleib
Die Grabplatte kam 1802 mit der Säkularisation des Klosters Maria Laach in Staatsbesitz. 1820 kam die Mosaikplatte in den Bestand im „Rheinischen Museum vaterländischer Altertümer bei der Universität Bonn" und später zusammen mit den anderen, nichtklassisch-antiken Objekten aus dieser Sammlung als ständige Leihgabe in das neu errichtete Bonner Provinzialmuseum – das Vorgängermuseum des LVR-LandesMuseums Bonn. Sie wurde dort unter der Nummer U 175 inventarisiert. Die Inventarnummer ist links auf der Steineinfassung des Mosaiks immer noch zu erkennen.